Besuch bei Markus Molitor

Der „König der selektiven Lese“ – Markus Molitor.

„Die Besten müssen mit dem Besten arbeiten.“

In diesem Sinne war lemonpie beim „König der selektiven Lese“ an der Mosel zu Gast. Das Weingut von Markus Molitor liegt an einem Hang mit Blick auf die Mosel. Herzlich werden wir schon an der großen Flügeltür empfangen und in einen langen Saal gebeten: „Herr Molitor sei noch eben im Weinkeller und würde uns gleich empfangen.“ Ehrfurchtsvoll nehmen wir an der großen rustikalen Holztafel, die mit ihren großen silbernen Kerzenleuchtern sehr festlich wirkt, platz. Eine Dame bringt uns feine Antipasti – Spezialitäten und Weingläser für die spätere Weinprobe. Und dann kommt er endlich. Markus Molitor, Visionär und perfekter Autodidakt, der es sich zur Aufgabe gemacht, das elterliche Weingut mit neuem Anspruch zu führen.

Freundlich reicht er jedem die Hand und stellt sich vor, ganz so als wüssten wir nicht wer er sei. Nachdem wir die Weinberge und den Keller im Haus Klosterberg besichtigt haben, dürfen wir nun endlich die Weine probieren.  Zunächst muss man mal eine Sache verstehen: Haus Klosterberg ist kein Weingut mit zehn oder zwanzig Weinen. Es sind an die 200 Weine, die das Weingut hervorbringt. Eine Frage, die sich mir unweigerlich stellt ist, können 200 Weine so unterschiedlich schmecken? Doch diese Frage wollen wir (leider) nicht final klären, aber nur zu gerne lassen wir uns mit auf diese Weinreise nehmen und tauchen ein die Welt von Markus Molitor…

Molitor liebt jeden seiner Reben und somit macht er, vielleicht auch etwas übertrieben, aus jedem Wein etwas Besonderes. Der Herr der Weine führt ein, in seine Geschichte und die Philosophie seiner Geschäftsidee mit der damals alles begann:  Von seinem Vater übernahm er damals nur 3 Hektar an Land. Sein stolzer Besitz und Grundlage seiner Weine sind mittlerweile über 70 Hektar. „Wir wollten wieder die begehrtesten Weine der Welt erzeugen. Ebenso wie es um 1900 war und unter den Gesichtspunkten der Weine, für die die Moselweine so bekannt waren. Petrus war damals günstiger als ein Moselriesling und die Frage ist: Warum ist das nicht mehr so?“ Seine Vision entpuppte sich als Genialität, jedoch nicht ohne auch ein bisschen risikoreich zu sein. 

Molitors Vorteil ist eindeutig das Wissen und sein Vermächtnis. Bereits in der 8. Generation wird das Weingut an der Mosel von seiner Familie betrieben. Ein Vorteil, der ihm nun Ruhm zu Teil werden lässt. Seine Mühe verlangte jedoch einiges an Geduld, Nervenstärke und unablässigem Einsatz ab.  Jeder seiner Jahrgänge besticht durch einen eigenen typvollen Charakter. Sein Stil – saftig / üppig. Molitor spricht von einem Zusammenspiel zwischen dem Boden, der Luft, der Pflanze selbst und dem „Schweiß des Winzers“. Seine Erzählung transportiert eine warme, wohlige Atmosphäre und der frische Wein auf dem Gaumen, untermalt seine bildliche Erzählung noch.

„Wir helfen der perfekten Traube  schonend in die Flasche zu kommen, so dass die Traube sich entfalten kann und der Geschmack perfekt umspielt wird. Die Einfachheit seiner Etikette, auch für „Nicht – Weinkenner“ genial und doch brauchen wir eine kleine die Einführung, um das hauseigene System zu verstehen:

Trocken – weiße Kapsel

Halbtrocken – grüne Kapsel

Süß – goldene Kapsel

Und dann gibt es jede Sorte und alles in fast jeder Lage und dann auch unterschieden als QbA, Kabinett, Spätlese, Auslese usw. mit der eigenen internen Bewertung durch Sterne, 1*, 2** und 3***. Genial und einfach – wenn man es verstanden hat. Doch man merkt schnell, ein umfassendes Thema diese Weinwelt. Großzügig präsentierte uns der Meister selbst vier Weine. Klassisch aufgebaute Probe mit leckerer, perfekter, kulinarischer Begleitung. Nicht zu unterschätzen war sein privater Wildschinken, der dazu verköstigt wurde. Das Entscheidende und Schöne der Weinprobe war: Es wurden kleine Schlucke verkostet, ganz so dass jeder Wein mit seinem eigenen Charakter glänzen konnte – eine perfekte Probe! Ästhetik durch die Zalto-Gläser, perfekte Anleitung durch Markus Molitor und die Genialität der Weine, die mit wenig Alkohol unendlich schmecken, machte es perfekt. Die Edelsüßen überzeugten uns zum Schluss, zusammen mit dem kräftigen Käse der gereicht wurde, war es ein traumhaftes Geschmackserlebnis. 

Mehr als interessant waren die alten Jahrgänge, die bei Markus Molitor ja wiederrum aktuell sind.  Markus Molitor erzielt für seine Weine internationale Preise und wurde im Wein Advocat mit 100 Punkten ausgezeichnet. Bei der Nachfrage nach seinem Lieblingswein schmunzelt er und zwinkert: „Sein Lieblingswein? Das kann man so nicht sagen – das wäre doch zu einfach, fast langweilig- Die richtige Situation entscheidet!

Ein wahres Wort zum Abschluss – wir sind hellauf begeistert!

Fazit: Lemonpie und Markus Molitor passen zusammen.

Mehr über lemonpie:

www.lemonpie.de